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Anorganische Chemie
Hier werden viele anorganischen Verbindungen vorgestellt. Anorganische Stoffe sind Stoffe ohne lange Kohlenstoffketten. Anorganische Stoffe zeichnen sich immer durch ziemlich kleine Moleküle aus und keine Makromoleküle. Von ihnen gibt es viel weniger Verbindungen als von organischen Verbindungen.
Elemente des Periodensystems
Alkalimetalle: Die Alkalimetalle bilden die erste Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen
gehören Lithium (Li), Natrium (Na), Kalium (K), Rubidium (Rb), Caesium (Cs) und Francium (Fr). Sie haben also nur ein
Außenelektron und dieses ist nur sehr schwach gebunden. Sie sind also die unedelsten Stoffe. An der Luft laufen all diese
Metalle sehr schnell an. Sie reagieren also sehr schnell mit Sauerstoff und somit bildet sich auf ihnen eine Oxidschicht.
Daher werden Alkalimetalle in flüssigen Kohlenwasserstoffen wie z. B. Petroleum aufbewahrt. Die Reaktionsfähigkeit nimmt von
Lithium zum Caesium zu. Sie reagieren sofort mit Wasser, wobei sie dabei brennen oder sogar eine kleine Explosion
hervorrufen können. Aufgrund des großen Radius von Caesium ist sein Außenelektron besonders frei beweglich, so dass Caesium
so stark mit Sauerstoff reagiert, dass es schon an der Luft anfängt zu brennen. Reagieren diese Metalle jedoch mit Wasser
so entstehen Laugen, wie beispielweise die Natronlauge (NaOH). Außerdem sind die sehr weich.
Erdalkalimetalle: Die Erdalkalimetalle bilden die zweite Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu
ihnen gehören Beryllium (Be), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), Strontium (Sr), Barium (Ba) und Radium (Ra). Diese Elemente haben
zwei Außenelektronen und reagieren daher nicht so stark wie die Alkalimetalle, dennoch bilden auch sie Laugen. Diese
Elemente
sind viel härter als die Alkalimetalle. Magnesium ist ein Element was nicht nur in Sauerstoff brennt, sondern auch in Stoffen
die Sauerstoff enthalten. Daher brennt Magnesium auch in Wasser. Taucher benutzen aus diesem Grunde Magnesiumfackeln zur
Beleuchtung.
Borgruppe: Die Borgruppe bildet die dritte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihr gehören
Bor (B), Aluminium (Al), Gallium (Ga), Indium (In) und Thallium (Tl). Bor ist ein Halbmetall während die restlichen vier
Vertreter Metall sind. Das meistverwendete Element dieser Gruppe ist Aluminium. Sie sind noch immer ziemlich
reaktionsfreudig. Bei der Verwendung von Aluminium als Gebrauchsmetall wird es durch eine Oxidschicht geschützt.
Kohlenstoff-Silicium-Gruppe: Die Kohlenstoff-Silicium-Gruppe bildet die vierte Hauptgruppe des
Periodensystems der Elemente. Zu ihr gehören Kohlenstoff (C), Silicium (Si), Germanium (Ge), Zinn (Sn) und Blei (Pb).
Kohlenstoff ist bereits so edel, dass es ein Nichtmetall ist. Silicium und Germanium sind Halbmetalle und Zinn und Blei sind
Metalle. Blei ist ein sehr weiches Metall. Silicium kommt sehr oft als Siliciumdioxid (Quarz) vor. Silicium und Germanium
sind sehr wichtige Halbleiter und für die Elektronik sehr geeignet.
Stickstoff-Phosphor-Gruppe: Die Stickstoff-Phosphor-Gruppe bildet die fünfte Hauptgruppe des
Periodensystems der Elemente. Zu ihr gehören Stickstoff (N), Phosphor (P), Arsen (As), Antimon (Sb) und Bismut (Bi).
Stickstoff und Phosphor sind Nichtmetalle. Arsen und Antimon sind Halbmetalle und Bismut ist ein Metall. Stickstoff ist mit
80% der Hauptbestandteil der Erdatmosphäre, wobei es molekular bzw. zweiatomig (N2) auftritt.
Chalkogene: Die Chalkogene bilden die sechste Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören
Sauerstoff (O), Schwefel (S), Selen (Se), Tellur (Te) und Polonium (Po). Sauerstoff und Schwefel sind Nichtmetalle. Selen
und Tellur sind Halbmetalle und Polonium ist ein Metall.
Halogene: Die Halogene bilden die siebte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören
Fluor (F), Chlor (Cl), Brom (Br), Iod (I) und Astat (At). Fluor, Chlor, Brom und Iod sind Nichtmetalle. Astat ist ein
Halbmetall. Den Halogenen fehlt nur noch ein Elektron zur Edelgaskonfiguration und daher sind sie sehr reaktionsfreudig.
Fluor ist das reaktionsfreudigste aller Elemente. Viele Stoffe (z. B. Holz) fangen sofort an zu brennen, wenn sie mit Fluor
in Berührung kommen. Fluor ist ein farbloses Gas. Auch die anderen Halogene sind durch ihre reaktionsfreudige und somit
ätzende Wirkung sehr gefährlich. Chlor wurde als stark ätzendes Gift im 1. Weltkrieg eingesetzt. Es ist gelbgrün. Brom ist
bei Zimmertemperatur eine dunkelfarbige Flüssigkeit und ist genauso wie die anderen Halogene ein sehr ätzender Stoff.
Edelgase: Die Edelgase bilden die achte Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Zu ihnen gehören
Helium (He), Neon (Ne), Argon (Ar), Krypton (Kr), Xenon (Xe) und Radon (Rn). Sie sind alle Nichtmetalle und wie der Name
schon sagt sind sie Gase. Sie haben 8 Außenelektronen bzw. Helium als Ausnahme 2 und reagieren somit fast überhaupt nicht.
Sie sind die edelsten Elemente.
Übergangsmetalle: Zahlenmäßig haben wir die meisten Elemente des Periodensystems noch garnicht erwähnt. Es
sind alles die sogenannten Übergangsmetalle. Es sind alles Metalle, bei denen die weiteren unten liegenden Elektronenschalen
aufgefüllt werden. Bekannte Metalle wie z. B. Gold (Au), Silber (Ag), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Quecksilber (Hg) und viele
andere gehören dazu. Darüber hinaus gehören dazu auch die Lanthanoide ("seltene Erden") und die Actinoide. Bekannte
Vertreter der Actinoide dürften die beiden radioaktiven Elemente Uran (U) und Plutonium (Pu) sein. Mehr dazu auf der
Homepage der Kernphysik.
Säuren
In diesem Kaptiel werden wir uns einigen anorganischen Säuren zuwenden. Zu beachten dabei ist jedoch, dass man wenn
man von Salzsäure spricht damit die Formel HCl verbindet. Wie wir gesehen haben ist jedoch HCl Chlorwasserstoff und
außerdem ein Gas. Salzsäure entsteht erst von man HCl in wässrigen Lösungen löst. In der Chemie reicht es jedoch aus für
Salzsäure HCl zu sagen, da jeder Chemiker weiß, dass es sich eigentlich um, in Wasser gelöstes, Chlorwasserstoffgas handelt.
Salzsäure und andere Halogenwasserstoffe: Salzsäure hat die chemische Formel HCl, jedoch in Wasser gelöst.
Chlorwasserstoff hat eine Schmelztemperatur von -114 Grad Celsius und eine Siedetemperatur von
-85 Grad Celsius. Chlorwasserstoff ist farblos und hat einen stark stechenden Geruch. Chlorwasserstoff gehört
zu den Halogenwasserstoffen. In wässriger Lösung (als Säure) ist Chlorwasserstoff schwächer als Bromwasserstoff (HBr)
und Iodwasserstoff (HI), aber stärker als Fluorwasserstoff (HF). Salzsäure ist eine sehr starke Säure und wirkt somit sehr
ätzend. 37%-ige Salzsäure bezeichnet man als
konzentrierte Salzsäure. Konzentrierte Salzsäure raucht an der Luft, weil sie schon sehr stark gesättigt ist. Es entweicht
Chlorwasserstoffgas. Salzsäure ist auch Bestandteil des Magensafts. Im Mundbereich und in der Speiseröhre kann Salzsäure
Verätzungen hervorrufen. Auch auf die Haut hat konzentrierte Salzsäure eine ätzende Wirkung. Mit unedlen Metallen reagiert
Salzsäure sehr gut, da sie sehr stark ist. Die dabei entstehenden Verbindungen heißen Chloride und sind die Salze der
Salzsäure. Eins davon ist Kochsalz (NaCl). Chlorwasserstoff wird direkt aus den Elementen Wasserstoff und Chlor hergestellt.
Bei der Reaktion von Kochsalz (NaCl) mit Schwefelsäure (H2SO4) entsteht ebenfalls HCl. Für die
chemische Forschung wie auch für die Industrie ist Salzsäure ein sehr wichtiger Stoff.
Schwefelsäure: Schwefelsäure hat die chemische Formel H2SO4, jedoch in Wasser gelöst.
Es ist eine sehr starke Säure und sie ist farb- und geruchlos. Beim lösen in Wasser muss man beachten, dass man die Säure
ins Wasser schütten muss und nicht umgekehrt. Ansonsten würde die Säure sehr stark spritzen, da es beim lösen zu einer
starken Wärmeentwicklung kommt. Schwefelsäure reagiert mit unedlen Metallen, wie auch mit organischen Stoffen wie z. B.
Papier. Es ist eine zweiprotonige Säure, so dass sie zweimal protolysieren kann. Die Salze, die sich nach der Erstprotolyse
bilden heißen Hydrogensulfate, da das entstande Säurerest-Anion HSO4- ist. Die Salze, die sich nach der
Zweitprotolyse bilden heißen Sulfate, da das entstande Säurerest-Anion nun SO42- ist.
Eine wichtige Verwendung findet Schwefelsäure als Elektrolyt in Blei-Akkumulatoren im Auto. Auch Schwefelsäure ist ein
industriell sehr wichtiger Stoff.
Salpetersäure und ihre Salze: Salpetersäure hat die chemische Formel HNO3, jedoch in Wasser gelöst.
HNO3 selbst ist eine farblose Flüssigkeit. Salpetersäure ist etwas schwächer als Salzsäure und Schwefelsäure.
Salpetersäure verätzt die Haut und auch das einatmen der Dämpfe kann Verätzungen im Körperinneren zur Folge haben. Eine
Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure nennt man Königswasser, weil es im Stande ist Gold aufzulösen. Die Salze der
Salpetersäure heißen Nitrate. Hochkonzentrierte Salpetersäure kann organische Stoffe wie z. B. Holz beim Kontakt entzünden.
Durch eine gezielte Verbrennung von Ammoniak (NH3) wird Salpetersäure hergestellt. Man verwendet Salpetersäure
industriell als Oxidationsmittel. Natriumnitrat (NaNO3) ist ein wichtiges Salz der Salpetersäure. Es wird auch Natronsalpeter und
Chilesalpeter genannt. Es wird vor allem als Düngemittel eingesetzt. Kaliumnitrat (KNO3) oder auch Kalisalpeter
ist explosionsfähig. So ist Schwarzpulver eine Mischung aus Kohle, Schwefel und Kaliumnitrat.
Kohlensäure und ihre Salze: Kohlensäure hat die chemische Formel H2CO3, jedoch in Wasser gelöst. Die Säure existiert nur in wässrigen Lösungen. Sie entsteht wenn man Kohlenstoffdioxid (CO2) in Wasser löst. Es ist eine mittelstarke
Säure. Je nachdem wie oft die Kohlensäure protolysiert hat nennt man ihre Salze Hydrogencarbonate oder Carbonate. Viele
Getränke enthalten Kohlensäure was man den Blässchen und am Geschmack merkt. Natriumcarbonat (Na2CO3)
ist ein wichtiges Salz der Kohlensäure. Es ist auch unter dem Namen Soda bekannt. Es kann viel Wasser binden (hygroskopisch).
Es reagiert stark alkalisch und eignet sich daher gut zum neutralisieren von Säuren. Verwendet wird es vor allem für die
Glasfabrikation und als Ausgangsstoff für viele andere Chemikalien. Auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) ist ein wichtiges Salz der Kohlensäure. Es wird vor allem als Backpulver verwendet. Auch
Caliciumcarbonat (CaCO3) ist ein wichtiges Salz der Kohlensäure. Es kommt in der Natur als Kalk,
Calcit (Kalkspat), Marmor und Korallen vor.
Phosphorsäure: Phosphorsäure hat die chemische Formel H3PO4, jedoch in Wasser gelöst. Wie man der Formel entnehmen kann handelt es sich hierbei um eine dreiprotonige Säure. Reine Phosphorsäure hat einen Schmelzpunkt von
42,3 Grad Celsius und ist somit bei Zimmertemperatur fest. Im allgemeinen ist Phosphorsäure eine mittelstarke Säure und
für den menschlichen Körper unschädlich. Je nachdem wie oft die Phosphorsäure protolysiert hat nennt man ihre Salze
Dihydrogenphosphate, Hydrogenphosphate oder Phosphate. Phosphorsäure wird aus Rohphosphat-Mehl hergestellt. Phosphorsäure wird vor allem für phosphorhaltige Düngemittel verwendet. Verschiedene Getränke, wie Coca Cola enthalten Phosphorsäure.
Laugen
Für Laugen gilt dasselbe wie für Säuren. Man spricht erst dann von einer Lauge, wenn der entsprechende Stoff in
einer wässrigen Lösung gelöst ist.
Natronlauge: Natronlauge hat die chemische Formel NaOH, jedoch in Wasser gelöst. Ungelöst ist es bei
Zimmertemperatur ein weißes kristallines Pulver. Natriumhydroxid löst sich auch in Alkoholen.
Beim lösen in Wasser erwärmt es sich stark.
Natronlauge verätzt die Haut. Das OH--Ion ist wie auch bei anderen Laugen das entscheidende Element. Denn im
Wasser dissoziiert Natriumhydroxid, wie auch Säuren, wobei Laugen immer vollständig dissoziieren. Laugen wirken stets
alkalisch und sind somit das Gegenteil von Säuren. Natriumhydroxid ist außerdem wasseranziehend, so dass sich bei hoher
Luftfeuchtigkeit leicht Natronlauge bilden kann. Daher sollte es immer verschlossen aufbewahrt werden.
Wenn man Salzsäure (HCl) mit Natronlauge neutralisiert, so bilden sich Natriumchlorid (NaCl) und Wasser.
Technisch wird Natronlauge durch eine elektrolytische Reaktion von Kochsalz (NaCl) und Wasser
hergestellt. Entscheidend ist Natriumhydroxid für die Herstellung von Seife und anderen Reinigunsmitteln. Seifen haben immer
einen alkalischen Charakter.
Kalilauge: Kalilauge hat die chemische Formel KOH, jedoch in Wasser gelöst. Auch hier haben wieder ein
Alkalimetall in der Verbindung. Daher sind Kaliumhydroxid und die Kalilauge, Natriumhydroxid und der Natronlauge sehr
ähnlich. Kaliumhydroxid ist ebenfalls bei Zimmertemperatur fest und weiß. Es ist auch wasseranziehend, so dass es
gut verschlossen aufbewahrt werden muss. Kaliumhydroxid löst sich auch in Alkoholen. Die Kalilauge ist ebenfalls stark
ätzend, so dass sie nicht mit der Haut in Berührung kommen darf. Wenn man Salzsäure (HCl) mit der Kalilauge neutralisiert,
so bilden sich Kaliumchlorid (KCl) und Wasser. Kaliumchlorid ist neben dem bekannten Kochsalz (NaCl) ein weiteres Salz der
Salzsäure. Auf elektrolytischem Weg wird aus Kaliumchlorid Kaliumhydroxid gewonnen. Es wird als Elektrolyte in einigen
Akkumulatoren eingesetzt.
Anorganische Gifte
Blausäure: Die Blausäure ist als Säure fast zu vernachlässigen, weil sie in ihren Säureeigenschaften sehr
schwach ist, aber dafür ist sie sehr giftig. Sie hat die chemische Formel HCN und heißt daher auch Cyanwasserstoff. Der
wichtige Teil ist dabei das Cyanid-Ion (CN-). Zwischen dem Kohlenstoffatom und dem Stickstoffatom liegt eine
Dreifachbindung vor. Cyanwasserstoff ist bis 26 Grad Celsius noch flüssig und danach
gasförmig. Es ist farblos. Es riecht nach bitteren Mandeln. Blausäure blockiert den Sauerstofftransport aus dem Hämoglobin
zum Gewebe. Dies führt zur inneren Erstickung. Damit ist Blausäure eins der stärksten Gifte. Außerdem geschieht dieser
Vorgang innerhalb weniger Sekunden. Blausäure kann auch über die Haut absorbiert werden und das macht sie noch gefährlicher
als sie ohnehin schon ist. Die Salze der Blausäure heißen Cyanide und
sind ebenfalls alle hochgiftig. Der Geruch von bitteren Mandeln wird durch Blausäure verursacht. Im Zweiten Weltkrieg wurde
Blausäure unter dem Namen Zyklon B in Gaskammern verschiedener Konzentrationslager eingesetzt, da es sehr schnell wirkt.
Die tödliche Dosis liegt bei 1 mg Cyanid-Ionen (CN-) pro 1 kg Körpergewicht. Das Cyanid-Ion ist das stärkste anorganische Gift.
Blausäure wird aus Methan (CH4) und Ammoniak (NH3) hergestellt. Es entsteht auch bei verschiedenen
Verbrennungsprozessen, so dass auch hier höchste Vorsicht geboten ist. Eingesetzt wird es zur Bekämpfung von Schädlingen.
Kaliumcyanid (Zyankali) und andere Salze der Blausäure: Kaliumcyanid ist ein Cyanid und das wohl bekannteste Salz der Blausäure. Es hat die
chemische Formel KCN. Bei Zimmertemperatur ist Kaliumcyanid ein weißes Pulver das in Kristallen vorliegt. Bei 120 mg beginnt
für den Menschen die tödliche Dosis. KCN löst sich gut in Wasser unter Bildung von Blausäure (HCN) und Kaliumhydroxid (KOH).
In Alkoholen löst es sich eher schlecht.
Die meisten Säuren reagieren mit KCN unter Bildung von Blausäure. Interessant ist es deshalb, weil im Magen KCN mit der
Salzsäure aus dem Magensaft reagiert. Dabei entstehen Blausäure (HCN) und Kaliumchlorid (KCl). Erst jetzt kann die
Blausäure dissoziieren und daher dauert es, bei einer Einnahme von Zyankali, länger bis sich die Vergiftungssymptome zeigen,
anstatt bei einer direkten Einnahme von Blausäure. Aufgrund dieser Reaktion ist es klar, dass Kaliumcyanid genauso wie
Blausäure wirkt. Auch andere Alkalimetalle bilden zusammen mit Blausäure Cyanide. So gibt es beispielsweise auch
Natriumcyanid (NaCN) oder Rubidiumcyanid (RbCN). Heute wird es aus der Neutralisation von Blausäure (HCN) mit
Kaliumhydroxid (KOH) gewonnen. Man verwendet es vor allem für die Cyanidlaugerei. Dabei entstehen Verbindungen zwischen Gold
bzw. Silber und Cyanid.
Phosgen: Phosgen hat die chemische Formel COCl2. Es ist ein farbloses Gas und schon bei 7 Grad
Celsius wird es flüssig. Es ist eine wichtige Chlorverbindung und wurde neben Chlor selbst im 1. Weltkrieg eingesetzt. Das
gefährliche an Phosgen ist, dass es mit dem Wasser in der Lunge zu Salzsäure (HCl) und Kohlenstoffdioxid (CO2)
reagiert. Dieser Vorgang dauert so lange, dass die Wirkung von Phosgen erst nach einigen Stunden einsetzt.
Atemschwierigkeiten gehören zu den ersten Symptomen. Es kommt zu schweren Verätzungen im Körperinneren und infolgedessen zu
einem Lungenödem und schließlich zur Erstickung. Es ist daher ein hochgefährliches Gift. Phosgen wird durch die Reaktion
von Kohlenstoffmonoxid (CO) und Chlor (Cl2) hergestellt. Phosgen dient zur Herstellung verschiedener organischer
Verbindungen.
Ammoniak und Ammoniumsalze
Ammoniak hat die chemische Formel NH3. Es hat einen Schmelzpunkt von -78 Grad Celsius und einen Siedepunkt von -33 Grad Celsius. Bei Zimmertemperatur ist es also gasförmig, aber schon unter einem Druck von 8 bar wird es flüssig. Ammoniak ist farblos und hat einen stechenden Geruch.
Ammoniak löst sich gut in Wasser, aber auch in vielen organischen Flüssigkeiten (Alkohole). Reines Ammoniak ist
ätzend und gesundheitsschädlich. Gegenüber Wasser wirkt Ammoniak als Base, da es ein Proton vom Wasser aufnimmt. Somit
entsteht das NH4+-Ion. Ammoniak in Wasser gelöst nennt man Ammoniakwasser oder auch Salmiakgeist.
Ammoniak wird seit 1913, durch die Firma BASF, nach dem Haber-Bosch-Verfahren, großtechnisch hergestellt. Längeres Einatmen von Ammoniak kann zum Tode führen. Ammoniak ist industriell gesehen ein sehr wichtiger Stoff, denn er dient als Ausgangsstfoff für viele andere Stoffe. Vor allem werden daraus Stickstoffdünger hergestellt, aber auch Blausäure. Ein bekanntes Ammoniumsalz ist Ammoniumchlorid (NH4Cl). Es wird auch Salmiaksalz genannt. Es wird in der Photographie verwendet wie auch Ammoniumbromid (NH4Br). Salmiaksalz wird auch als Hustenmittel verwendet. Ammoniumnitrat (NH4NO3) ist auch ein wichtiges Ammoniumsalz. Es bildet weiß Kristalle. Heute wird es auch als Dünger benutzt, aber früher war es ein sehr wichtiger Sprengstoff.
Quarz
Quarz ist ein sehr interessanter Stoff und daher beschreibe ich ihn in einem eigenen Kapitel. Quarz hat die chemische
Formel SiO2 und heißt somit Siliciumdioxid. Wie bereits bei den Bindungen erwähnt stellt Siliciumdioxid einen
Übergang zwischen einer Atombindung und einer Ionenbindung dar. Der Grund ist der, dass Silicium ein Halbmetall ist und
Sauerstoff ein Nichtmetall. Die meisten Verbindungen zwischen Metallen und Nichtmetallen sind Ionenbindungen. Da wir es hier
jedoch mit einem Halbmetall zu tun haben ist die Bindung zwar sehr stark polarisiert, aber nicht so stark, dass der
Sauerstoff dem Silicium Elektronen entziehen könnte. Es bilden sich also keine Ionen. Stoffe dieser Art haben besondere
Eigenschaften und werden als diamantähnlich betrachtet. Siliciumdioxid zeichnet sich daher durch einen Schmelzpunkt von
1710 Grad Celsius aus und besitzt einen Siedepunkt von 2230 Grad Celsius. Aufgrund dieser hohen Temperaturresistenz setzt
man Quarzglas ein, wenn es darum geht hohen Temperaturen standzuhalten. Der andere Vorteil ist die hohe Säureresistenz, die
für eine chemische Verbindung außergewöhnlich ist. Man kann alle Säuren in Quarzglas aufbewahren bis auf Flusssäure (HF).
Flusssäure ist ein Halogenwasserstoff und somit ist es der Salzsäure (HCl) sehr ähnlich. Darüber hinaus besitzt
Siliciumdioxid auch einen sehr kleinen Ausdehnungskoeffizienten. Das bedeutet, dass es sich bei Temperaturerhöhungen sehr
wenig ausdehnt. Das hat z. B. zur Folge, dass bei plötzlicher sehr starker Erwärmung ein Quarzglas nicht kaputt geht wie
normales Glas. Reines Quarz ist darüber hinaus farblos und durchsichtig. Besonders beliebt ist es als Mineral, da es
besonders schöne Kristalle ausbildet. Diese haben immer sechs Seiten und an einer Stelle gibt es dann einen Knick und diese
sechs Seiten laufen aufeinander zu, so dass die Kristalle oben spitz sind. Mineralogisch gesehen gibt es sehr viele
Varianten von Siliciumdioxid, die Sie sich auf der Mineralien-Homepage
anschauen können. Reines Quarz ist der Bergkristall. Neben diesem gibt es jedoch auch Quarze mit Beimischungen, wie z. B.
Amethyst (violett), Citrin (gelb), Rauchquarz (braun) und Milchquarz (undurchsichtig weiß). Die drei ersten Mineralien sind
durchsichtig. Es gibt auch noch andere Varianten die jedoch aufgrund der Beimischungen nicht so symmetrisch wachsen, sondern
amorph sind.
Autor und Webmaster: Lukas Czarnecki
Falls Sie Fragen oder Anregungen zum Thema Anorganische Chemie haben können Sie mir unter folgender
Adresse eine E-mail schicken:
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Letze Änderung: 15.12.2004