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Chemie
Aufbau der Materie
Die Materie auf der Erde besteht vorwiegend aus Atomen und Molekülen. Damit beschäftigt sich nämlich die Chemie und
somit auch mit der Entstehung neuer Stoffe. Laut des Bohrschen Atommodells, was das heute gängigste ist bestehen Atome
aus einem positiv geladenen Atomkern und einer negativ geladenen Elektronenhülle. Diese Modell sieht darüber hinaus vor,
dass der positiv geladene Kern aus positiv geladenen Protonen und nich geladenen Neutronen besteht. Dadruch, dass der Kern
positiv geladen ist und die Elektronenhülle negativ ist das Atom nach außen hin neutral. Die Anzahl der Elektronen muss bei
einem Atom daher immer der Anzahl der Protonen entsprechen. Die Anzahl der Protonen bestimmt um
welches Element es sich bei einem bestimmten Atom handelt. Die Anzahl der Neutronen ist dafür unbedeutend. Weitere
Informationen über den Aufbau des Atoms wären das Gebiet der Kernphysik bzw. der Kernchemie. Da diese Seite sich nicht mit
Kernchemie beschäftigen wird, da der Hauptteil der Chemie bei der Elektronenhülle aufhört, können Sie weitere Informationen
über das Atom auf der Homepage der Kernphysik erwerben. Wir werden uns nun damit
beschätigen, dass es verschiedene Elemente gibt. Es gibt mehr als 110 bekannte Elemente. Wie schon erwähnt klassifizieren
sich Elemente dadruch, dass sie aus einem Atom bestehen. Einige bekannte und für uns wichtige Elemente sind z. B. Sauerstoff,
Stickstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff und Eisen. Wasser hingegen ist ein Molekül. Moleküle setzen sich aus mindestens zwei
Atomen desselben oder verschiedener Elemente zusammen. Ein Wassermolekül setzt sich aus zwei Wasserstoffatomen und einem
Sauerstoffatom zusammen. Später mehr dazu.
Chemische Bindungen
Wie schon im ersten Kapitel erwähnt gibt es sogenannte Moleküle. Moleküle setzen sich aus mindestens zwei Atomen
desselben oder verschiedener Elemente zusammen. Eines der wohl einfachsten und am besten bekannten Moleküle dürfte Wasser
sein. Ein Wassermolekül besteht aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Da ich schon vorher auf die
chemischen Sysmbole hingedeutet habe gibt es für Moleküle chemische Formeln. Wasser hat folgich die Formel H2O.
Hier sind also die beiden Elemente Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) zu sehen wie auch das Zahlenverhältnis, was man auch
als stöchiometrisches Verhältnis bezeichnet. Es gibt jedoch wie auch angedeutet auch Verbindungen zwischen gleichen Atomen.
Der Sauerstoff den wir einatmen ist ein Molekül und zwar O2. O3 beispielsweise ist Ozon. Somit lässt
sich leicht erkennen, dass ein Molekül ein Stoff mit anderen Eigenschaften ist als seine Bestandteile. Wasserstoff und
Sauerstoff sind bei Zimmertemperatur gasförmig und Wasser nicht. Dies ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür. Viele Gase
wie auch Wasserstoff kommen als Moleküle und nicht elementar vor. Folglich hat Wasserstoff die Formel H2. Das
alles lässt darauf hindeuten, dass es also Bindungen zwischen diesen Atomen geben muss. Im folgenden werden die drei
Hauptbindungsarten: Atombindung (Elektronenpaarbindung), Ionenbindung und Metallbindung behandelt. Darüber
hinaus werden auch die Verbindungen zwischen den Teilchen der einzelnen Bindungsarten vorgestellt, womit Kristallgitter
aber auch andere Kräfte gemeint sind.
Atombindung (Elektronenpaarbindung): Wie der Name schon sagt besteht die Elektronenpaarbindung aus einem
Elektronenpaar. Diese Bindungsart ist sehr häufig und kommt bei Nichtmetallen vor. Atombindungen leiten keinen Strom.
Hinsichtlich dessen, dass das Wassermolekül eine Atombindung hat mag es verwundern, warum es lebensgefährlich ist eine
Lampe ins Wasser zu schmeißen. Der Grund ist der, dass es in normalem Wasser einige wenige Wasserionen gibt und diese leiten
Strom. Diese geringe Anzahl an Wasserionen reicht jedoch aus um einen Menschen zu töten. Was Ionen sind werden wir später
noch sehen.
Diese Bindung beruht darauf, dass ein Elektron des einen Atoms mit einem
Elektron eines anderen Atoms einen Verband bildet, der Elektronenpaar heißt. Beide Atome teilen sich ihre Elektronen. Der
Grund für Bindungen allgemein ist das erreichen der sogenannten Edelgaskonfiguration. Wie schon im ersten Kapitel erwähnt,
ist die äußerste Schale eines Atoms dann voll, wenn sie 8 Elektronen besitzt. 8 Außenelektronen besitzen die sogenannten
Edelgase, die noch später erwähnt werden. Helium besitzt wie schon vorher erwähnt nur zwei Außenelektronen, aber damit ist
sein äußere Schale auch schon voll. Prinzipiell sind aber 8 Außenelektronen das Ziel aller Atome. Wasserstoff ist jedoch,
genauso wie Helium ein Sonderfall. Wasserstoff besitzt nur eine Schale und ein Elektron. Seine Schale kann daher maximal nur
2 Elektronen fassen, wie auch die des Heliums. Verbindet sich nun ein Wasserstoffatom mit einem weiteren Wasserstoffatom
so haben beide Wasserstoffatome eine aufgefüllte Elektronenschale, weil beide zusammen zwei Elektronen haben. Schnell erkennt
man, dass ein H3-Molekül aufgrund dieser Tatsache unmöglich ist. Und nun versteht man auch warum eben Edelgase
im Regelfall nicht mit anderen Stoffen reagieren. Sie befinden sich in einem sehr stabilen Zustand. Elemente die wenig oder
überhaupt reagieren werden chemisch als edel bezeichnet. So ist Gold nicht nur als Sammelobjekt ein edler Stoff, sondern
auch chemisch gesehen. Außer der Schreibweise der bisher verwendeten Formeln (Summenformeln) gibt es auch eine Schreibweise
für die Außenelektronen und für Strukturformeln.
Die obere Schreibweise
berücksichtigt die Außenelektronen. Ein Strich steht für zwei Außenelektronen und ein Punkt für ein Elektron. Die jeweils
untere Schreibweise ist die abgekürzte Schreibweise, die man normalerweise für chemische Reaktionen verwendet. Bei der
unteren Schreibweise muss sich jedoch links und rechts vom Reaktionspfeil dieselbe Teilchenanzahl befinden, weil es eine
Gleichung ist. Im ersten Fall sieht man wie zwei Sauerstoffatome zu einem Sauerstoffmolekül reagieren. Bei der zweiten
Reaktion reagieren zwei Stickstoffatome zu einem Stickstoffmolekül und im dritten Fall reagieren zwei Wasserstoffmoleküle
mit einem Sauerstoffmolekül zu zwei Wassermolekülen. Wie man sieht ist in jedem der drei Fälle die Edelgaskonfiguration
erreicht. Bei der ersten Reaktion können beide Sauerstoffatome, die sich in dem Sauerstoffmolekül, befinden auf 8 Elektronen
zugreifen, denn 4 Elektronen bilden zwei Bindungen und 4 weitere Elektronen hat noch jedes Sauerstoffatom. Im zweiten Fall
hat jedes Stickstoffatom im Stickstoffmolekül 2 Elektronen und 6 weitere Elektronen bilden 3 Bindungen und somit sind es
wieder 8. Auch im letzten Fall besitzt das Sauerstoffatom 4 Elektronen und 4 weitere befinden sich in den beiden Bindungen
zu den Wasserstoffatomen. Auf die beiden Elektronen der jeweiligen Bindungen können die Wasserstoffatome zugreifen und somit
haben auch diese 2 Außenelektronen. Somit sind diese Bindungen relativ stabil. Wie man jedoch sieht gibt es nicht nur
Einfachbindungen wie beim Wasser, sondern auch Doppelbindungen wie beim Sauerstoffmolekül oder sogar Dreifachbindungen wie
beim
Stickstoffmolekül.
Darüber hinaus gibt es polare und unpolare Atombindungen. Verschiedene Elemente ziehen die Bindungselektronen verschieden
stark an. Dies bezeichnet man als Elektronegativität. Wenn sich zwei Sauerstoffatome oder zwei Wasserstoffatome zu einem
Wasserstoffmolekül verbinden, so sind diese unpolar. Diese Moleküle sind unpolar, weil zwei gleiche Atome auch die gleichen
Elektronegativitäten haben. Die Kräfte, die zwischen unpolaren Molekülen wirken heißen van der Waals-Kräfte. Bei Wasser ist
jedoch die Elektronegativität des Sauerstoffs viel größer als die des Wasserstoffs und somit ist der Sauerstoff ein wenig
negativ geladen und der Wasserstoff ist ein wenig positiv geladen. Somit zieht sich das Sauerstoffatom des einen
Wassermoleküls und das Wasserstoffatom des anderen Wassermoleküls an. Dies nennt man Wasserstoffbindung. Sie ist
natürlich viel schwächer als eine Atombindung. Diese Polarität verursacht jedoch, dass Wasser einen viel höheren
Schmelz- und Siedepunkt hat als beispielsweise Sauerstoff oder Wasserstoff, denn bei Wasser ist die Anziehung der einzelnen
Moleküle viel stärker. Wasser ist somit ein Dipol. Im festen Zustand bilden Moleküle jedoch ein Molekülgitter, was jedoch
aufgrund der geringen Anziehungskräfte ziemlich schwach und daher leicht verformbar, also weich, ist.
Ionenbindung: Diese Bindungsart ist auch sehr verbreitet. Erst einmal muss man klären was jedoch Ionen sind.
Ionen sind Atome die weniger Elektronen als Protonen haben oder die mehr Elektronen als Protonen haben. Auf jeden Fall sind
Ionen nicht neutral, sondern sie sind entweder positiv oder negativ geladen. Bei verschiedenen kernphysikalischen Prozessen
kann es sogar soweit kommen, dass nur noch Atomkerne übrig bleiben, aber das ist in der Chemie nicht der Fall. Für solche
Prozesse benötigt man auch viel mehr Energie. Ionenverbindungen treten auf wenn sich Nichtmetalle mit Metallen verbinden.
Nichtmetalle haben eine große Elektronegativität und ziehen Elektronen somit sehr stark an. Bei Metallen sind die
Außenelektronen nicht sehr stark an das Atom gebunden. Es kann also dazu kommen, dass ein Nichtmetall einem Metall ein
Elektron oder sogar mehr wegnimmt. Das wohl bekannteste Beispiel dürfte Kochsalz sein. Kochsalz besteht aus dem
Metall Natrium (Na) und aus Chlor (Cl). Chlor nimmt dem Natrium ein Elektron weg und ist somit negativ geladen. Die korrekte
Formel von Kochsalz lautet daher Na+Cl-. Das positive
Ion heißt Kation und das negative Ion heißt Anion. Insgesamt gesehen ist der Stoff jedoch neutral, da es genauso viele
Kationen wie Anionen gibt. Bei der Ionenbindung bilden sich somit keine Moleküle, auch wenn man es als Formel so schreibt,
sondern es bleiben sich Ionen, die ein Kristallgitter bilden. Man nennt es auch Ionengitter.
Außer dem bekannten Kochsalz gibt es noch viele weitere Salze und
auch diese bestehen alle aus Ionen. Im festen Zustand sind Ionenverbindungen keine Stromleiter. Wenn man ein Salz jedoch
in Wasser löst, dann löst man damit die Kristallstruktur und die Ionen können sich frei bewegen und leiten somit Strom.
Die Löslichkeit von Salzen hängt von der Gitterenergie ab, die aufgebracht werden muss um diese Kristallgitter zu lösen. So löst sich Kochsalz (Natriumchlorid) sehr gut in Wasser, Calciumcarbonat (Marmor, Korallen) hingegen fast
garnicht.
Durch die Ladungen wirken zwischen Ionen stärke Kräfte als zwischen Molekülen und daher haben sie auch höhere Schmelz- und
Siedepunkte. Hier folgt nun ein Beispiel für eine Ionenreaktion.
Bei der jeweils oberen Schreibweise werden korrekterweise die Ladungen mitberücksichtigt. Die untere Schreibweise
beachtet die Ladungen nicht. Im ersten Fall sehen wir das bereits besprochene Kochsalz (Na+Cl-) und
im zweiten Fall sehen wir den Fluorit (Ca2+F-2), der für Mineraliensammler ein Sammelobjekt
ist. Mehr Informationen über den Flurorit finden Sie auf der Mineralien-Homepage.
Man merkt beim Fluorit, der aus Calcium (Ca) und Fluor (F) besteht, dass dem Calcium-Ion sogar zwei Elektronen fehlen. Um
dies
auszugleichen kommen auf ein Calcium-Kation zwei einfach negativ geladene Fluorionen. Allgemein betrachtet ist es schwierig
mehrere Elektronen aus dem Elektronenverband zu lösen. Wichtig bei dieser Betrachtung ist, dass Atome im Vergleich zu
ihren Kationen größere Radien haben und im Vergleich zu ihren Anionen kleinere Radien haben was auch ziemlich logisch ist.
Bei großen Atomradien ist es allgemein einfacher ein Außenelektron zu entfernen, weil es weiter vom Kern weg ist und somit
ist die Anziehung auch geringer. Die Atomradien nehmen innerhalb der Gruppen des Periodensytems von oben nach unten zu, weil
nach jeder Periode eine Schale hinzukommt, die auch weiter vom Kern entfernt ist.
Innerhalb der Perioden nehmen die Atomradien von links nach rechts ab, weil die positiven Ladungen im Kern zunehmen und die
Außenelektronen somit stärker anziehen. Edelgasen haben folglich sehr kleine Radien und auch das beweist
wieder ihre chemische Widerstandsfähigkeit gegen Bindungen. Caesium hingegen hat einen sehr großen Atomradius und ist daher
auch sehr reaktionsfreudig und somit unedel.
Übergang zwischen Atom- und Ionenbindungen: Es gibt Stoffe die einen Übergang zwischen einer Atombindung
und einer Ionenbindung darstellen. Diese Stoffe bestehen beispielsweise aus einem Metall und einem Nichtmetall oder einem
Halbmetall und einem Nichtmetall. Das Nichtmetall ist dabei sehr stark polar und versucht das Bindungselektron des anderen
Partners an sich heranzuziehen. Es gelingt dem Nichtmetall jedoch nicht ganz und somit bilden sich keine Ionen. Dennoch
unterscheidet sich diese Bindung von den normalen Atombindungen druch die hohe Polarität. Solche Verbindungen bilden sehr
harte Kristalle aus und haben sehr hohe Schmelzpunkte. Beispielsweise hat Siliciumdioxid (SiO2) einen
Schmelzpunkt von 1710 Grad Celsius. Silicium (Si) ist ein Halbmetall. Durch diese Eigenschaften sind
viele solcher Stoffe wichtige Werkstoffe. Gläser aus Quarz (Siliciumdioxid) werden oft eingesetzt, wenn es darum geht hohen
Temperaturen standzuhalten und außerdem eignet sich Quarzglas zum aufbewahren vieler Säuren, da es sehr säureresitent ist.
Mehr über Quarz können Sie auf der Mineralien-Homepage erfahren. Bei diesen Stoffen
bildet sich daher kein Molekülgittern, sondern ein Atom-Ionen-Gitter was einen Übergang darstellt. Allgemein sind diese
Stoffe dem Diamanten sehr ähnlich. Da Diamant aus reinem Kohlenstoff (C) besteht bildet es zwar keine Moleküle, aber
dennoch ein sehr stabiles Atomgitter. Obwohl sich dieses Atomgitter und der Diamant an sich von diesen Übergangsverbindungen
unterscheiden sind ihre Eigenschaften sehr ähnlich. Diese Stoffe sind beispielsweise im Wasser unlöslich. Der Diamant ist
der härteste bekannte Stoff, was wieder eine Ähnlichkeit darstellt.
Metallbindung: Es gibt auch noch die Metallbindung, die zwischen Metallen auftritt. Hier sind die
Außenelektronen innerhalb des Metallkörpers frei beweglich. Diese frei beweglichen Elektronen stellen jedoch eine Verbindung
zwischen den Metallatomen dar. Dadurch entsteht auch hier ein Gitter, was dann Metallgitter genannt. Diese Kräfte die
zwischen den Elektronen und den Atomen sind sehr stark, da man Metalle stakr biegen kann und sie dennoch sehr großen
Widerstand leisten. Dadruch, dass jedoch alle freien Elektronen sich mit den Protonen der Metallatome die Waage halten sind
Metalle nach außen hin neutral. Metalle können untereinander jedoch keine Atombindungen eingehen.
Die freien Elektronen
gehören im Vergleich zur Atombindung nicht nur zwei Atomen, sondern allen Atomen. Diese freien Elektronen sind auch der Grund
für die Leitfähigkeit von Metallen und zwar auch im festen Zustand. Bei der Ionenverbindung sind die Ionen im festen Zustand
nicht frei beweglich, weil sie in einem Gitter gefangen sind. Die Elektronen bei der Metallbindung bewegen sich jedoch zu
jeder Zeit. Metalle sind daher sehr gute Leiter. Silber ist der beste Leiter überhaupt. Oft vergleicht man diese Elektronen
mit einem Gas, welches man dann Elektronengas nennt. Dieses Elektronengas ist auch für den metallischen Glanz und die
Undurchsichtigkeit von Metallen verantwortlich. Die metallische Bindung ist sehr wichtig, da Metalle im Periodensystem
deutlich überwiegen.
Chemische Reaktionen
Schon bei den Bindungen haben wir gesehen, dass es chemische Reaktionen gibt. Die ganze Chemie baut darauf auf, dass
verschiedene Stoffe verschiedenartig miteinander reagieren.
Der Grund für alle Reaktionen ist, dass alles im Universum bestrebt ist den niedrigsten Energiezustand zu erreichen. Bei einer solchen Reaktion wird Energie frei, in Form von Wärme.
Diese werden dargestellt durch sogenannte
Reaktionsgleichungen. Auf der linken Seite der Reaktionsgleichung stehen die Ausgangsstoffe (Edukte) und auf der rechten
Seite stehen die Endstoffe (Produkte). Bei einigen Reaktionen kann es auch dazu kommen, dass es zu Rückreaktionen kommt.
Solche Reaktionen nennt man Gleichgewichtsreaktionen, da sich nach länger Zeit ein Gleichgewicht einpendelt. Man kann dann
nicht mehr erwarten, dass sich mehr Produkte bilden. Es gibt unterschiedliche Reaktionen. Bei einigen Reaktionen wird Wärme
abgegeben. Diese Reaktionen werden als exotherm. Andere Reaktionen benötigen Energie und diese werden bei der Reaktion
kälter. Solche Reaktion nennt man endotherm. Die Temperatur ist ein wichtiger Faktor für Reaktionen, denn je höher die
Temperatur ist desto schneller laufen Reaktionen ab, denn bei höherer Temperatur bewegen sich die Teilchen schneller. Wenn
sich die Teilchen schneller bewegen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie aufeinander treffen und somit reagieren. Bei
exothermen Reaktionen kann die Temperatur andererseits auch ein Problem darstellen, denn die bei der Reaktion entstehende
Energie kann nicht so gut abgegeben werden. Es gibt viele Faktoren die die Reaktion beeinflussen können. Die Konzentration
und der Druck spielen auch eine Rolle. Darüber hinaus können Reaktionen auch deshalb ablaufen, weil sich dadruch die
sogenannte Entropie im Universum erhöht. Laut des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik strebt alles in einem geschlossenen
System den Zustand der größten Entropie (Unordnung) an. Es ist jedoch nicht ganz sicher, ob das Universum ein geschlossenes
System ist. Es gibt zwei große Gruppen von Reaktionarten: Redox-Reaktionen, Säure-Base-Reaktionen.
Redox-Reaktionen: Das Wort Redox setzt sich aus den beiden Wörtern Oxidation und Reduktion zusammen. Früher
nannte man Reaktionen an denen Sauerstoff beteiligt war Oxidationen. Die Umkehrung davon war die Reduktion. Bei der
Reduktion wird einem Oxid der Sauerstoff entzogen. Beispielsweise könnte es sich um Eisenoxid (Rost) handeln. Bei einer
Reduktion würde man also aus dem Eisenoxid, Eisen und Sauerstoff erhalten. Es zeigte sich jedoch, dass nicht nur Reaktionen
mit Sauerstoff so ablaufen, sondern auch viele andere Reaktionen. Daher weitete man die beiden Begriffe Oxidation und
Reduktion aus. Oxidation ist demnach die Abgabe von Elektronen und Reduktion ist die Aufnahme von Elektronen. Diese beiden
Vorgänge finden jedoch stets miteinander gekoppelt statt und daher spricht man von der Redox-Reaktion.
Einmal sieht man oben die vollständige Reaktion von Magnesium (Mg) und Sauerstoff zu Magnesiumoxid. Dadrunter sieht man
wie Magnesium oxidiert wird. In der dritten Zeile wird Sauerstoff reduziert. Der Sauerstoff wird bei dieser Reaktion als
Oxidationsmittel bezeichnet, da es das Magnesium oxidiert. Das Magnesium wird bei dieser Reaktion als Reduktionsmittel
bezeichnet, da es den Sauerstoff reduziert. Auch die Verbrennung von Sauerstoff und Wasserstoff zu Wasser, die wir schon bei
den Bindungen gesehen haben, ist eine Redox-Reaktion.
Bei Redox-Reaktionen ist oft nicht eindeutig zu erkennen was die Oxidation und was die Reduktion ist. Daher hat man die Oxidationszahlen eingeführt. Jedes Atom hat somit in einem Molekül oder in einer Ionenbindung eine Oxidationszahl. Die Regeln sind folgende.
- Ein einzelnes Atom hat stets die Oxidationszahl 0.
- Bei einem Ion entspricht die Oxidationszahl der Ladung.
- Wasserstoff hat immer die Oxidationszahl +1 (in Metallhydriden: -1).
- Sauerstoff hat immer die Oxidationszahl –2 (in Peroxiden -1).
- Die Summe der Oxidationszahlen in einem Molekül ist 0.
- In einem Komplex-Ion entspricht die Summe der Oxidationszahlen der Ladung.
- Metalle haben immer positive Oxidationszahlen.
Die Oxidationszahlen der anderen Atome müssen nach diesen Regeln ermittelt werden. Hat man z. B. als Verbindung CH4, so gibt man jedem Wasserstoffatom die Oxidationszahl +1. Da es aber vier sind und dieser Stoff nach außen hin neutral sein muss hat Kohlenstoff hier die Oxidationszahl -4. Das heißt, aber nicht dass Kohlenstoff immer diese Oxidationszahl hat. Wird ein bestimmtes Atom oxidiert so steigt seine Oxidationszahl und wenn es reduziert wird so sinkt seine Oxidationszahl. Somit ist jede Oxidation und Reduktion eindeutig zu kennzeichnen.
Weitere Informationen über Redox-Reaktionen und ihre Anwendung finden
Sie im Kapitel Elektrochemie.
Säure-Base-Reaktionen: Wie schon erwähnt ist das der zweite Reaktionstyp. Die Definition von Säuren und Basen
ist generell garnicht so einfach. Um ein bekanntes Beispiel zu nennen das jeder kennt, sagt man beispielsweise wenn man
Salzsäure meint HCl. H ist Wasserstoff und Cl ist Chlor. Doch HCl ist nicht Salzsäure, auch wenn es für Chemiker und daher
formal ausreicht Salzsäure als HCl zu bezeichnen. Erst wenn man HCl in Wasser löst heißt es Salzsäure. Wenn man also wirklich
HCl meint muss man es Chlorwasserstoff nennen und auf keinen Fall Salzsäure. Bei Zimmertemperatur ist Chlorwasserstoff ein
Gas. In Wasser dissoziiert HCl zu den Ionen H+ und Cl-. Da der Atomkern von Wasserstoff aus nur einem
Proton besteht und sich in der Atomhülle nur ein Elektron befindet ist H+ nur noch ein Proton. Cl- wird
hierbei Säurerest genannt. Daher lautete die Säure-Definition des Chemikers Arrhenius, dass Säuren Verbindungen sind die
in wässrigen Lösungen zu positiv geladenen Wasserstoff-Ionen (Protonen: H+) und negativ geladenene Säurerest-Ionen
dissoziieren. Seine Definition für Basen war, dass diese in wässrigen Lösungen zu positiv geladenen Metall-Ionen und negativ
geladenen Hydroxid-Ionen (OH-) dissoziieren. Der Chemiker Brönsted erweiterte diese Definitionen noch. Er sagte,
dass Säuren Protonen abgeben und somit Protonendonatoren genannt werden. Basen hingegen nehmen Protonen auf und werden daher
als Protonenakzeptoren bezeichnet. Das Hydroxid-Ion (OH-) ist beispielsweise eine wichtige Base, da es ein
überschüssiges Elektron hat. Laut dieser Definition, wie auch der von Arrhenius, ist beispielsweise NaOH eine wichtige Base,
da es eine Hydroxid-Gruppe enthält oder auch andere Alkalimetalle die sich mit Hydroxid-Ionen verbinden. In wässrigen
Lösungen dissozieren Basen und es bilden sich alkalische Lösungen, die man Laugen nennt. Wie auch bei der Säure ist reines
NaOH keine Lauge, sondern eine Base. Wasser ist ein interessanter Stoff, denn Wasser kann manchmal eine Säure und manchmal
eine Base sein. Es gibt auch die sogenannte Autoprotolyse von Wasser, die dafür verantwortlicht ist, dass Wasser ein Bißchen
stromleitfähig ist. Durch diese Protolyse von Wasser entstehen aus zwei Wassermolekülen (H2O), zwei
unterschiedliche Wasserionen. Das eine ist H3O+ (Hydronium-Ion) und das andere ist OH-
(Hydroxid-Ion). Letztendlich ist das Hydronium-Ion dafür verantwortlich, dass Säuren verschiedene Materalien zerfressen.
Dieser Prozess des auflösens eines Stoffes durch eine Säure ist jedoch ein Redox-Prozess.
Da diese Reaktionen Gleichgewichtsreaktionen sind kann man sie auch mit einem Gleichgewichtspfeil schreiben.
Bei der ersten Reaktion sieht man die Autoprotolyse von Wasser. Bei der zweiten Reaktion dissoziiert Chlorwasserstoff (HCl)
in Wasser und bei der dritten Reaktion dissoziiert H2SO4 in Wasser zu Schwefelsäure. An dieser
Reaktion sind jedoch gleich zwei Wasser-Moleküle beteiligt und zwar deshalb, weil H2SO4 zwei
Wasserstoffatome hat und somit ist es eine zweiprotonige Säure. Es gibt auch mehrprotonige Säuren. Schwefelsäure kann also
zweimal protolysieren, jedoch sind die Zweitprotolysen viel seltener als die Erstprotolysen. Hiermit kommen wir gleich zu
dem Punkt, dass Säuren nicht vollständig dissoziieren. Schon wenn man sagt, dass die Zweitprotolyse selten ist bedeutet es,
dass nur ein bestimmter Teil der Moleküle dissoziiert. Je höher der Protolysegrad ist umso mehr Moleküle dissoziieren zu
Ionen. Schwefelsäure und Salzsäure sind beispielsweise sehr starke Säuren da sie einen sehr hohen Protolysegrad haben.
Eine noch stärkere Säure ist beispielsweise Iodwasserstoff (HI). Wie wir gesehen haben braucht eine Säure immer eine Base an
die sie ihr Proton abgeben kann. Wir sprechen daher immer von Säure-Base-Paaren. Haben wir nun eine sehr starke Säure dann
ist die dazu gehörige Base sehr schwach. Ist die Base sehr stark dann ist die Säure sehr schwach. Im Vergleich zu Säuren
sind Laugen immer vollständig dissoziiert. Ein gutes Beispiel für eine Lauge wäre beispielsweise die Natronlauge (NaOH)
oder die Kalilauge (KOH). Säuren und Basen können sich auch gegenseitig neutralisieren. Wenn man genau dasselbe Verhältnis
von Säure und Base zusammenkippt entsteht ein Salz und Wasser. Bei der Reaktion von Salzsäure (HCl) mit Natronlauge (NaOH)
enstehen Kochsalz (NaCl) und Wasser. Bei anderen Säuren und Basen enstehen natürlich andere Salze. Man spricht allgemein
deshalb oft von den Salzen einer bestimmten Säure, weil die Reaktion einer Säure mit einem Metall immer ein Salz und
Wasserstoff zur Folge hat. Reagiert beispielsweise Salzsäure (HCl) mit Natrium (Na), so entsteht Kochsalz (NaCl) und
Wasserstoff. Salze sind in wässrigen Lösungen vollständig dissoziiert. Um nicht immer diesselben Stoffe zu nehmen kann man
sagen, dass im Blei-Akkumulator (Kapitel Elektrochemie) auch ein Salz entsteht und zwar ensteht dort aus Blei (Pb) und
Schwefelsäure (H2SO4) Bleisulfat (PbSO4). Eine andere wichtige und interessante Sache
ist in diesem Zusammenhang der pH-Wert. Wasser ist neutral, also weder sauer noch basisch. Dieses hat den pH-Wert 7. Lösungen
mit pH-Werten unter 7 sind Säuren, Lösungen mit pH-Werten über 7 sind Laugen. Je stärker die Säure ist desto kleiner ist der
pH-Wert. Je stärker die Lauge ist desto größer ist der pH-Wert. Eine Zahl steht immer für eine Zehnerpotenz. So ist ein
Stoff mit dem pH-Wert von 4 zehn mal so sauer wie ein Stoff mit dem pH-Wert von 5. Stoffe mit den pH-Werten 0 und 14 sind
sehr stark ätzend und daher sehr gefährlich. Beim pH-Wert kommt es jedoch nicht nur auf den Protolysegrad an. Sonst wäre es
bei Laugen unsinnig zu unterscheiden, denn sie sind vollständig dissoziiert. Der zweite Faktor ist nämlich der, wieviel sich
von einem bestimmten Stoff in Wasser löst bzw. wieviel man gelöst hat. Daher gibt es auch verschieden starke Laugen. Bei
den Säuren muss man also den Protolysegrad und die gelöste Menge gemeinsam betrachten um den pH-Wert berechnen zu können.
Elektrochemie
Die Elektrochemie basiert auf den Redox-Reaktionen. Hier wollen wir nun sehen wie man
verschiedene Stoffe elektrochemisch einsetzen kann. Wir wissen nun, dass es Stoffe gibt die leicht Elektronen abgeben
(Reduktionsmittel) und somit unedel sind und dass es Stoffe gibt die gerne Elektronen aufnehmen (Oxidationsmittel) und somit
edel sind. Wenn wir beispielsweise Lithium betrachten so gibt dieses gerne ein Elektron ab, denn dadurch erreicht es
Edelgaskonfiguration. Sauerstoff erreicht die Edelgaskonfiguration durch die Aufnahme zweier Elektronen und ist somit viel
edler als Lithium. Aufgrund dieser Tatsachen hat man eine Spannungsreihe aufgestellt. In dieser Spannungsreihe hat jeder
Stoff seinen entsprechenden Platz. Auf der einen Seite befinden sich die starken Reduktionsmittel und auf der anderen Seite
befinden sich die stärksten Oxidationsmittel. Edelgase befinden sich nicht in dieser Spannungsreihe, weil sie bereits die
Edelgaskonfiguration besitzen. Der undelste Stoff in dieser Spannungsreihe ist das Lithium. Das stärkste Oxidationsmittel in
der Spannungsreihe ist Fluor und somit der edelste Stoff in der Spannungsreihe. Diese Spannungsreihe geht davon aus, dass es
zwischen diesen verschiedenen Stoffen ein Spannungsgefälle gibt oder auch Potentialdifferenz genannt. Diese Spannungsreihe
orientiert sich am Wasserstoff. Definitionsgemäß hat dieser die Spannung 0 Volt.
Galvanische Elemente: Um die experimentelle Anleitung, zum aufstellen der Spannungsreihe, zu erläutern
sollten wir uns den galvanischen Elementen zuwenden, denn so kommt man zu den Werten der Spannungsreihe. Bei den galvanischen
Elementen wird beispielsweise ein Metall in eine Salzlösung und ein anderes Metall in eine andere Salzlösung gestellt. Diese
beiden Metall sind durch einen Draht miteinander verbunden. Da sich beide Metalle mit den Lösungen in verschiedenen Gefäßen
befinden muss man zwischen den Gefäßen eine Verbindung hergestellt werden. Dies kann man beispielswiese über ein Rohr machen.
Nun haben wir einen geschlossenen Stromkreis. Jedes der beiden Gefäße mit den Metallen und den Lösungen wird Halbzelle
genannt. Das ist der allgemeine Aufbau eines galvanischen Elements. Wir wollen das Prinzip jedoch an einem anderen
galvanischen Element erläutern und dieses wird Daniell-Element genannt. Der Aufbau unterscheidet sich insofern, dass wir
hierbei ein Gefäß haben mit einen Trennwand, die jedoch die Ionen der einzelnen Salzlösungen durchlässt. So könne sich die
Salzlösungen nicht vermischen, aber die Ionen können von der einen zur anderen Seite wandern. Beim Daniell-Element kommt es
auch auf die Stoffe an und zwar nimmt man Kupfer (Cu) und steckt es in eine Kupfersulfatlösung (CuSO4) und als
zweiten Stoff nimmt man Zink (Zn) und steckt es in eine Zinksulfatlösung (ZnSO4). Natürlich müssen diese Metalle
wieder über einen Draht verbunden werden und schon ist das Daniell-Element fertig. Und nun wollen wir erläutern warum hier
Strom fließt.
Wie man erkennen kann, ist es so, dass an der Zinkelektrode ein Elektronenüberschuss entsteht, da Zink unedler ist als
Kupfer. Somit ist Zink der Minuspol. Hier findet die Oxidation statt. Diese Elektronen wandern über den Draht zur
Kupferelektrode. Diese ist der Pluspol. Hier findet die Reduktion statt. Dadurch bilden sich an der Zinkelektrode Kationen
die
in die Lösung gehen. Am Pluspol werden aus den Kupferkationen Kupferatome und diese lagern sich an der Kupferelektrode an.
Die Sulfat-Anionen (SO42-) aus der Kupfersulfatlösung finden hier nun nicht mehr genug Kupferkationen,
weil sich daraus Atome gebildet haben. Daher gehen diese durch die Trennwand und finden auf der anderen Seite Zinkkationen.
Durch diesen ganzen Vorgang wird die Kupferelektrode immer größer und die Zinkelektrode immer kleiner. Die Kupfersulfatlösung
wird jedoch immer weniger und dafür nimmt die Zinksulfatlösung zu. Wie man sieht befindet sich im Stromkreis auch ein
Voltmeter um die Spannung zu messen, die bei Kupfer und Zink stets 1,1 Volt beträgt. Batterien, wie auch Akkumulatoren sind
nichts anderes als galvanische Elemente.
Die eben gesehene Versuchsanordnung lässt sich auf sehr viele Stoffe übertragen. Je größer die Potentialdifferenz
zwischen den beiden Stoffen ist, um so größer ist die Spannung die dabei entsteht. Doch nun zur Definition mit Hilfe des
Wasserstoffs. Wie bereits erwähnt hat Wasserstoff definitionsgemäß die Spannung 0 Volt. Das heißt, dass alle anderen Stoffe
in der Spannungsreihe relativ zur Normalwasserstoffelektrode angeordnet sind. Um somit die Spannungen für alle Stoffe zu
bestimmen muss ein galvanisches Element bauen, dass aus dem zu messenden Stoff und einer Normalwasserstoffelketrode besteht.
Da Wasserstoff ein Gas ist nimmt man Platin und diese umspüllt man ständig mit Wasserstoffgas. Somit hat man eine
Wasserstoffelektrode.
Der Blei-Akkumulator:
Es gibt viele Arten von Batterien, doch wollen wir uns hier einer weiterentwickelten Art von Batterie, dem sogenannten
Akkumulator zuwenden. Ein weit verbreitetes Beispiel dürfte der Blei-Akkumulator sein. Er findet eine so große Verbreitung,
da man ihn als Autobatterie einsetzt. Er besteht aus mehreren Platten. Diese Platten bestehen aus einem Trägergitter
welches aus Blei besteht. Damit diese Platten als Elektroden dienen können, müssen einige Platten mit Blei und andere Platten
mit Bleidioxid gefüllt werden. Die Bleielektrode ist der Minuspol und die Bleidioxidelektrode ist der Pluspol. Diese Platten
müssen deshalb so groß sein, damit sie beim Start kurzfristig einen sehr hohen Strom (über 400 A) produzieren können. Da man
meistens 6 solcher Platten hintereinander schaltet beträgt die Spannung 12 V. Als Elektrolyte nimmt man nicht wie beim
Daniell-Element zwei Lösungen, sondern nur eins und zwar Schwefelsäure (H2SO4). Am Minuspol wird
Blei (Pb) zu Bleisulfat (PbSO4) oxidiert und am Pluspol wird Bleidioxid (PbO2) zu
Bleisulfat (PbSO4) reduziert. Die Oxidation ist bei dieser Reaktion ganz leicht zu erkennen, jedoch mag es etwas
verwundern warum man hier von der Reduktion spricht. Das ließe sich hierbei nur mit den Oxidationszahlen oder den
Wertigkeiten erklären. Das Blei hat in der Verbindung Bleidioxid (PbO2) eine Oxidationszahl von 4 und in der
Verbindung Bleisulfat (PbSO4) nur eine Oxidationszahl von 2. Verringert man die Oxidationszahl so handelt es
sich um eine Reduktion und beim erhöhen der Oxidationszahl handelt es sich um eine Oxidation. Am Minuspol kann man es auch
anwenden, indem man sagt, dass Blei die Oxidationszahl 0 hat, aber in der Verbindung Bleisulfat (PbSO4) hat es die
Oxidationszahl 2, also handelt es sich hierbei um eine Oxidation.
Man sieht hier die Oxidation, die Reduktion und die Gesamtreaktion. All diese Reaktionen sind sind jedoch nicht ganz
vollständig, jedoch macht man es der Übersicht wegen oft so, dass man nur die Stoffe in die Reaktionsgleichung aufnimmt die
bei der Reaktion eine wichtige Rolle spielen. Die Gesamtreaktion ist hier mit einem
Gleichgewichtspfeil versehen und zwar soll dies andeuten, dass diese Reaktion in beide Richtungen abläuft. Jedoch nicht
einfach so, sondern unter bestimmten Umständen. Wenn der Blei-Akkumulator Strom produziert und somit entladen wird läuft
die Hinreaktion ab. Wird er nun geladen läuft die Rückreaktion ab. Diese Rückreaktion erfolgt durch das anlegen einer
äußeren Spannung. Dadurch wird die Stromrichtung geändert und die Elektronen fließen vom Pluspol zum Minuspol. Durch diesen
Vorgang werden die Ausgangstoffe Blei (Pb), Bleidioxid (PbO2) und Schwefelsäure (H2SO4)
wiederhergestellt. Bei diesem Vorgang läuft nun am Pluspol die Oxidation um am Minuspol die Reduktion statt.
Bedingt durch einige Faktoren hat der Blei-Akkumulator keine unbegrenzte Lebensdauer.
Die Elektrolyse: Bei einer Elektrolyse finden Stoffumwandlungen unter Stromeinfluss statt. Wir wollen es uns
kurz anhand der Zinkbromid-Elektrolyse anschauen. Dazu steckt man zwei Graphitelektroden (Kohlenstoffelektroden) in eine
Zinkbromid-Lösung (ZnBr2).
Wie man erkennen kann wandern die Zn2+-Ionen, wenn man eine entsprechend große Spannung anlegt,
zum Minuspol, weil sie positiv geladen sind und die Br--Ionen gehen zum Pluspol. Die Bromid-Ionen geben am Pluspol
ein Elektron ab. Am Minuspol nehmen die Zinkionen zwei Elektronen auf. Somit bilden sich am Minuspol Zinkatome und am
Pluspol Bromatome. Bei der Elektrolyse wird also der unedlere Stoff, hierbei Zink, reduziert, da es zwei Elektronen aufnimmt
und das edlere Brom wird oxidiert, weil es ein Elektron abgeben muss. Schaltet man nun die Spannungsquelle ab und verbindet
die Elektroden nun mit einem Draht, so mißt man Strom der in die andere Richtung fließt wie der Elektrolysestrom, also vom
Minuspol zum Pluspol. Und damit ist ein galvanisches Element entstanden. Die Elektrolyse ist also die Umkehrung eines
galvanischen Elements. Die Zinkatome geben nun wieder zwei Elektronen ab
und werden somit oxidiert und die Bromatome nehmen jeweils ein Elektron auf und werden somit reduziert. Es bildet sich
wieder Zinkbromid (ZnBr2). Der Spannungsunterschied zwischen Zink und Brom beträgt 1,83 Volt und diese Spannung
ist nun messbar.
Andere wichtige Beispiele für Elektrolysen wären beispielsweise die Chloralkali-Elektrolyse. Über diesen
Vorgang kann man reines Natrium (Na) aus Kochsalz (NaCl) gewinnen, da es so reaktionsfreudig ist, dass es frei in der Natur
nicht vorkommt. Wichtig ist auch die Schmelzflusselektrolyse von Bauxit bei der man als Endprodukt Aluminium bekommt.
Das Periodensystem der Elemente
Es gibt das sogenannte Periodensystem der Elemente in dem man alle bekannten
Elemente findet. Dort sind die Elemente nach der Anzahl der Protonen sortiert. So ist beispielsweise der Wasserstoff das
erste Element, weil sich in seinem Kern nur ein Proton befindet. Der Kern eines Sauerstoffatoms beispielsweise beinhaltet
8 Protonen. Eine weitere Aufstellung des Periodensystems der Elemente sind die Haupt- und Nebengruppen. Die Nummer der
Gruppe gibt die Anzahl der Elektronen auf der äußersten Schale des Atoms an. Die Elektronen verteilen sich nämlich auf
verschiedene Schalen oder besser gesagt auf verscheidene Energieniveaus. Die äußerste Schale kann maximal 8 Elektronen
tragen und dann ist sie vollkommen besetzt. Stoffe mit einer vollbesetzten äußeren
Elektronenschale sind fast überhaupt nicht reaktionsfähig. Wenn es um die Aufstellung der Elemente in den Hauptgruppen geht,
fällt Helium ein Bißchen aus der Reihe und zwar gehört es zur 8. Hauptgruppe,
weil es eine voll besetzte Außenschale hat, jedoch
hat es nur eine Schale und diese kann maximal 2 Elektronen tragen.
Es ist jedoch so, dass die Schalen in den Hauptgruppen nicht immer vollkommen
aufgefüllt werden und trotzdem entsteht eine neue Schale. Diese leeren "Plätze" in den unteren Elektronenschalen werden in
den Nebengruppen aufgefüllt. Generell nimmt jedoch die Anzahl der Außenelektronen in einer Periode (waagerecht im
Periodensystem) von links nach rechts zu. Bei jeder neuen Periode kommt eine Elektronenschale hinzu. Die Aufstellung der
Elemente im Periodensystem gibt somit auch die
Elektronenkonfiguration an. Jedes chemische Element hat ein Symbol welches aus einem oder zwei Buchstaben (bei einigen
Elementen sogar drei Buchstaben) besteht. Der erste Buchstabe ist immer groß und der zweite, falls vorhanden, immer klein.
Wasserstoff hat beispielsweise den Buchstaben H, Stickstoff N, Sauerstoff O und Kohlenstoff C. Die Elemente einer Gruppe sind
chemisch gesehen sehr ähnlich. Ich führe sie jedoch erst jetzt an, weil es wichtig ist zu verstehen warum einige Gruppen
reaktionsfreudiger als andere sind und dazu musste ich zuerst die Bindungen und Reaktionen klären.
Autor und Webmaster: Lukas Czarnecki
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Letze Änderung: 15.12.2004