Ein offener Biss gehört zu den Zahnfehlstellungen, die häufig erst im Erwachsenenalter bewusst wahrgenommen werden. Schwierigkeiten beim Abbeißen, eine veränderte Aussprache oder Verspannungen im Kiefer entwickeln sich oft schleichend und werden zunächst nicht mit der Zahnstellung in Verbindung gebracht. Erst im Rahmen einer zahnärztlichen Untersuchung zeigt sich, dass Ober- und Unterkiefer beim Zusammenbeißen keinen vollständigen Kontakt erreichen.
Nicht jede Form eines offenen Bisses erfordert einen operativen Eingriff. Abhängig von Ursache und Ausprägung der Fehlstellung kann auch eine Behandlung mit Alignern infrage kommen. Inzwischen haben sich die Behandlungsmöglichkeiten deutlich erweitert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein offener Biss bei Erwachsenen ohne OP mit Alignern korrigiert werden. Ob dies möglich ist, hängt jedoch immer von der Ursache und dem Ausmaß der Fehlstellung ab.
Kurzfassung
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Woran sich ein offener Biss erkennen lässt
Bei einem offenen Biss schließen Ober- und Unterkiefer nicht vollständig. Zwischen einzelnen Zahnreihen bleibt auch beim Zusammenbeißen ein Abstand bestehen. Je nach Ausprägung betrifft dies die Frontzähne, die Seitenzähne oder beide Bereiche.
Typische Hinweise können sein:
- Schwierigkeiten beim Abbeißen fester Lebensmittel,
- undeutliche Aussprache einzelner Laute,
- sichtbare Lücke zwischen den Zahnreihen,
- Verspannungen und Schmerzen im Kieferbereich,
- erhöhte Belastung einzelner Zähne oder Druckschmerzen an Zähnen
Nicht jede betroffene Person bemerkt alle Anzeichen. Manche Beschwerden entwickeln sich erst nach mehreren Jahren und zunehmendem Alter
Welche Ursachen kommen infrage?
Ein offener Biss entsteht nicht immer aus demselben Grund. Häufig beginnt die Entwicklung bereits im Kindesalter. Langes Daumenlutschen, Schnullergebrauch, Mundatmung oder eine ungünstige Zungenlage können das Wachstum von Zähnen und Kiefer beeinflussen. Daneben kommen auch genetische Faktoren oder Veränderungen des Kieferwachstums infrage. Sogar eine konventionelle kieferorthopädische Behandlung birgt mitunter das Risiko, dass ein bis dahin kaum wahrgenommener offener Biss durch Kombination von Wachstum und Behandlung verstärkt wird. Außerdem erweist sich eine dauerhaft stabile Regulierung dieser Fehlstellung mit einer festen Zahnspange (Multibracketapparatur) als nahezu unmöglich.
Für die Behandlungsplanung ist entscheidend, wodurch die Fehlstellung entstanden ist. Davon hängt ab, welche Zahnbewegungen erforderlich sind und ob eine Korrektur mit Alignern möglich ist.
Welche Folgen kann ein offener Biss haben?
Ein offener Biss betrifft nicht nur die Stellung der Zähne. Bleibt die Fehlstellung über längere Zeit bestehen, können einzelne Bereiche des Gebisses stärker belastet werden. Zusätzlich verändern manche Betroffene unbewusst ihre Kaubewegungen, um den fehlenden Zahnkontakt auszugleichen.
Mögliche Auswirkungen sind unter anderem:
- stärkere Abnutzung einzelner Zähne,
- Beschwerden beim Kauen,
- Verspannungen der Kaumuskulatur,
- Belastungen der Kiefergelenke,
- Veränderungen der Aussprache.
Welche Beschwerden auftreten, unterscheidet sich von Person zu Person und richtet sich nach Art und Ausprägung der Fehlstellung.
Wann kommt eine Behandlung ohne Operation infrage?
Ob ein offener Biss bei Erwachsenen ohne OP behandelt werden kann, hängt von der Ursache der Fehlstellung sowie der vorhandenen Zahn- und Kiefersituation ab. Vor allem bei dentalen Fehlstellungen können Aligner häufig eingesetzt werden. Bei stärker ausgeprägten skelettalen Veränderungen erfolgt zunächst eine genaue Beurteilung des Befunds, bevor über den weiteren Behandlungsweg entschieden wird. Es lohnt sich in jedem Fall, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, um mögliche Alternativen sorgfältig abzuwägen.
Für die Planung werden unter anderem folgende Punkte berücksichtigt:
- Ausmaß der Fehlstellung,
- Stellung von Ober- und Unterkiefer,
- Beweglichkeit der Zähne,
- Funktion der Zunge,
- Belastung von Zähnen und Kiefergelenken.
Auf Grundlage der Untersuchung wird festgelegt, welche Zahnbewegungen mit Alignern umgesetzt werden können.
Wann können Aligner bei einem offenen Biss eingesetzt werden?
Aligner kommen bei verschiedenen Zahnfehlstellungen zum Einsatz und sollten auch bei einem offenen Biss das Mittel der Wahl sein. Die herausnehmbaren Schienen verändern die Zahnstellung schrittweise anhand eines zuvor festgelegten Behandlungsplans.
Einige kieferorthopädische Praxen behandeln ausschließlich mit Alignern und verzichten vollständig auf feste Zahnspangen. Diese Praxen setzen ausschließlich auf Aligner und verwenden keine festen Zahnspangen.
Im Alltag ergeben sich unter anderem folgende Eigenschaften:
- Schienen können zum Essen herausgenommen werden.
- Die Zahnpflege erfolgt ohne Brackets und Drähte.
- Im Alltag sind keine festen Metallbestandteile vorhanden.
- Die Zahnbewegungen erfolgen nach einem vorab geplanten Behandlungskonzept.
Ob Aligner eingesetzt werden können, hängt von Art und Ausprägung der Fehlstellung ab.
Weshalb sich eine Behandlung auch im Erwachsenenalter lohnt
Eine Zahnfehlstellung bleibt häufig viele Jahre unbehandelt. Dadurch können sich bestehende Beschwerden verstärken oder neue Belastungen des Gebisses entwickeln.
Auch im Erwachsenenalter besteht häufig die Möglichkeit, die Zahnstellung zu korrigieren. Neben der sichtbaren Veränderung können sich je nach Ausgangsbefund auch die Kaufunktion oder die Belastung einzelner Zähne verändern. Welche Verbesserungen erreichbar sind, hängt jedoch von der jeweiligen Fehlstellung ab.
Kosten einer Aligner-Behandlung
Vor Beginn einer Behandlung stellt sich häufig die Frage nach der Kostenübernahme.
Für Aligner gilt grundsätzlich: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen diese Behandlungsform nicht. Private Krankenversicherungen oder Zahnzusatzversicherungen können sich abhängig vom vereinbarten Tarif an den Kosten beteiligen.
Fazit
Ein offener Biss bedeutet heute nicht automatisch, dass eine Operation erforderlich ist. Abhängig von Ursache und Ausprägung der Fehlstellung kann auch eine Behandlung mit Alignern infrage kommen. Grundlage jeder Therapie ist eine sorgfältige Untersuchung der Zahn- und Kiefersituation sowie der Funktion des gesamten Kauapparates.
Die Wahl des Behandlungswegs hängt von Art und Ausprägung der Zahn- oder Kieferfehlstellung ab. Moderne Aligner erweitern die Möglichkeiten der kieferorthopädischen Behandlung, ersetzen jedoch nicht die fachliche Beurteilung, welche Maßnahmen im jeweiligen Fall sinnvoll sind.

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